(...) Ich würde sofort
100 hoch qualifizierte Mitarbeiter einstellen,
so lautet Stephan Huthmachers Refrain sei zwei
Jahren. Der Chef der 1989 gegründeten Softwareschmiede
Comma Soft, eines Spezialisten für Wissensmanagement,
will die kreativen Kopfarbeiter nach Bonn holen:
Mathematiker, Physiker, Informatiker,
Psychologen. Auch er winkt mit dem weichen Faktor:
Leben und arbeiten in Bonn, nicht umgekehrt.
Sein Bürohaus an der Pützchens Chaussee
beherbergt nicht zufällig ein Badminton-
und Fitnesscenter, das zum "Morgen-Workout" oder
zur Wasserdüsenbearbeitung im "Antiaging-
Institut" lädt. Der Hof ist zum Biergarten
umgestaltet worden, und auf dem Dachgarten
dürfen die "Knowledge-People" entspannen.
Zu 50 Prozent ist Huthmacher
damit beschäftigt, potenzielle Mitarbeiter
und ihre Familien von der Attraktivität
der Region zu überzeugen, von der aufmüpfigen
Kunstkellerszene in Köln, von der Offenheit
der Stadt Bonn, und Ihrem internationalen Schulangebot.
Die anderen 50 Prozent gelten dem Job, der Software
für Information- und Wissensverarbeitung.
Wenn ein Unternehmen wüsste, so Huthmacher,
was seine Mitarbeiter wissen, wäre es schon
ein ganzes Stück weiter. Comma Soft hilft,
den Wissensschatz zu heben, ihn zu kommunizieren
und vom Informationsmüll zu trennen. Nicht
nur eine technologische, sondern auch eine organisatorische
und kulturelle, kurz: "ganzheitliche" Herausforderung.
Schon sieht Huthmacher die Stadt als "Treffpunkt
der internationalen Wissenseliten", weshalb
er im vergangenen Jahr zum ersten Knowledge Congress
geladen hat mit Vorträgen, Diskussionen
und Konzert. Wenn für die offizielle Kultur
das Geld knapper wird, müssen wir einspringen,
findet der Comma Soft Chef, der natürlich
auch der Initiativrunde zur Unterstützung
des Beethovenfestivals angehört und sich
für die Einführung des PCs und des
Englischunterrichts in der ersten Klasse stark
macht. " Da will ich vorne stehen",
sagt Huthmacher, den man sich auch gut als Marketingchef
im Rathaus vorstellen könnte: agil, gut
gelaunt, immer auf dem Sprung.
Ob eine IT-Szene in Bonn entstanden
ist? First Tuesday Partys habe es in Bonn nicht
gegeben, sagt Ulrich Kelber auch ein Comma Soft
Mann, der gerade für Rudolf Dreßler
in den Bundestag nachgerückt ist. Aber ein
Netzwerk von Beziehungen ist im Entstehen. Junge
Startups " reviewen" ihre Businesspläne
und tauschen Erfahrungen aus, was Personal betrifft
und Weiterbildungen. Da passiert was, sagt Ulrich
Kelber.
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