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General Anzeiger 22.03.2004

IT-Unternehmen blicken lieber nach vorne

Bonner Delegation erhält in Hannover optimistische Signale

Bonn. Hans Veenhuis pflegte in seinem Bauunternehmen noch den Brauch, Notizen auf Kalksandsteinen zu machen und zuhause, nach Feierabend auf Papier zu übertragen. Mit der Anschaffung des ersten Fotokopierers übertrug er die Notizen vom Stein auf Papier dann schon elektronisch, wenn auch nicht ganz im Sinne des Erfinders.

Für moderne Technik interessieren sich auf der CeBIT (von links) Martin Ogilvie, Ulrich Ziegenhagen, Angelica Maria Kappel und Adi Eickhoff. Foto: Kulka

"Entsprechend sah unser Kopierer aus", erinnert sich sein Sohn Wilhelm Veenhuis, Geschäftsführer der MWM Software & Beratung in Beuel, die sich auf IT-Lösungen für das Baugewerbe spezialisiert hat. Das Unternehmen kooperiert mit der Firma palmOne, die "Smartphones" anbietet, mobile Telefone, die einen Hand-Held-Computer ebenso beinhalten, wie eine Digitalkamera.

Und Wilhelm Veenhuis strahlt geradezu Genugtuung darüber aus, dass die "technische Steinzeit", als ein Polier Fotoapparat und Handy noch in zwei getrennten Geräten auf die Baustellen schleppen musste, endlich überwunden scheint.

Ehrliche Genugtuung bereitet ihm aber auch, dass die wirtschaftliche Talsohle, als die das vergangene Jahr betrachtet werden müsse, nun überwunden scheine. Und diese Einschätzung bekam eine Delegation des Bonner Ausschusses für Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie (AWWT) bei einem Besuch der CeBIT nicht nur am MWM-Stand zu hören.

Gemeinsam mit dem Leiter der Wirtschaftsförderung, Martin Ogilvie, und seinem Abteilungsleiter Ulrich Ziegenhagen waren Angelica Maria Kappel (Grüne), Falk Kivelip (FDP), Bodo Buhse und Adi Eickhoff (beide SPD) nach Hannover gereist, um einigen Bonner IT-Unternehmen ihre Aufwartung zu machen.

Der Trend war dabei nicht zu übersehen. Sei es bei der Comma Soft AG, die "infonea", ein Produkt zur Abbildung und Steuerung komplexer Arbeitsabläufe vorstellte, bei ibR, die DAVID, ein Geoinformationssystem für Landesverwaltungen, Kreise und Kommunen präsentierte, oder bei der human IT Software GmbH, die mit "InfoZoom", einer neuartigen Lösung zur Analyse und Verwaltung von Unternehmensdatenbanken aufwartete: Überall blicken die Geschäftsführer erklärtermaßen lieber nach vorne als zurück.

Am Stand des Fraunhofer Instituts wurden barrierefreie Computer gezeigt mit Hilsfmitteln, die Behinderten den Umgang mit dem Medium erleichtern. Dort gesellte sich dann auch ein Bonner CDU-Ratsherr zu der Delegation. Allerdings nicht in seiner Eigenschaft als Bonner Bezirksvorsteher, sondern als Fraunhofer-Repräsentant für Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Innovationsberatung plauderte Karl Wilhelm Starcke mit seinen Kollegen.

Optimismus drückte schließlich auch Wirtschaftsförderer Martin Ogilvie aus, als er auf der Heimfahrt Bilanz zog. Nicht nur die klaren Standortbekenntnisse der Global-Player Telekom und Post, sondern auch die der zahlreichen mittelständischen IT-Unternehmen wertete er als gutes Zeichen für die Wirtschaftsregion Bonn.

Von Robert Kulka

 

 

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