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VDI nachrichten, Düsseldorf , 7.9.01

Expertenwissen auf Knopfdruck

Wissensmanagement: Der Mensch und sein individuelles Know-how stehen im Mittelpunkt

Im Frühjahr fusionierten Degussa-Hüls und SKW Trostberg zur Neuen Degussa. Nun gilt es, die unterschiedlichen Wissenspotentiale gemeinsam und effektiv zu nutzen. Die Koordination dieser kniffligen Aufgabe obliegt Gabriele Kirch-Verfuß. Sie weiß: Wissen steckt in den Köpfen der Mitarbeiter, wird durch Erfahrungsaustausch wertvoll. Datenbanken speichern bestenfalls Dokumente.
Unternehmensfusionen wie die von Degussa und Hüls zur Degussa-Hüls und weiter mit der SKW Trostberg zur neuen Degussa sind heute vor allem Fusionen von Wissensträgern. Entscheidend für den Erfolg des neuen Unternehmens ist, wie schnell die Beteiligten einen Überblick über das im neuen Unternehmen vorhandene Wissen erlangen, sich untereinander austauschen und so vom Wissen der anderen profitieren können.
Dr. Gabriele Kirch-Verfuß von der Degussa Tochter Infracor, Marl: "Unter Wissensmanagement versteht man alle systematischen Aktivitäten im Unternehmen besser zu nutzen."
Wissen, so die Projektleiterin Kirch-Verfuß, existiere eigentlich nur in den Köpfen der Menschen - ganz individuell und nicht ohne weiteres dokumentierbar. Schriftlich fixiertes Wissen sei dagegen lediglich eine Informationsquelle. Es sei daher nicht verwunderlich, wenn viele Wissensmanagementprojekte zum Aufbau von Wissensdatenbanken scheitern. Der Mensch als Träger von Wissen sollte daher im Mittelpunkt aller Wissensmanagement-Maßnahmen stehen.
Der Ansatzpunkt bei Degussa ist das Errichten einer organisationsüberbrückenden Plattform, um die Unterschiede innerhalb der drei fusionierten Unternehmen aufzuheben. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird von der Dienstleistungstochter Infracor betreut.

Spezialchemie ist nicht nur für Außenstehende ein komplexes Gebiet. Entsprechend hatten die - im neuen Konzern integrierten - Unternehmen sich komplexe, aber untereinander nicht kompatible, Info Systeme aufgebaut. Zur Fusion sollten nun die gewachsenen Unterschiede der Unternehmen mit einer organisationsübergreifenden Plattform überbrückt werden.
Auf Basis der Wissensmanagement-Architektur "infonea®" wurde das "Who is Who in R&D" des neuen Konzerns aufgebaut. . Dr. Gabriele Kirch-Verfuß:" Damit standen den Forschen Antworten auf die wichtige Frage "Wer weiß was...?" auf Knopfdruck via Browser zur Verfügung." So sollen die an gleichen Fragen arbeitenden Forscher trotz unterschiedlicher Organisationsstrukturen unmittelbar zueinander finden.

Gabriele Kirch-Verfuß:" Die Transparenz der Expertisen eröffnet einen neuen, direkten Kommunikationsweg. Mit dieser Unterstützung können auch organisations- und kontinentübergreifende Projektteams gebildet werden."
Bereits vorhandene Systeme, wie das Intranet oder Methoden, die in Pilot-Projekten entwickelt wurden, wie Debriefing oder Expertennetzwerke, werden ebenfalls angewandt.
Kirch-Verfuß: "Wissensmanagement bei Degussa ist als ein System sich ergänzender Bausteine, die zudem ständig weiterentwickelt werden, unternehmensweit einsetzbar und einfach zu verstehen bzw. zu erlernen sind und relativ geringe Kosten verursachen."
Man bemüht sich stets, so die Projektleiterin, pragmatische Methoden anzuwenden, die von den Mitarbeitern gut akzeptiert und an die Unternehmenskultur angepasst werden.
Aus Managementsicht ist der Gewinn durch das neue System beachtlich. Der gemeinsame Kompetenzfundus, die Schwerpunkte verfügbarer Erfahrungen, wie auch mögliche Schwachstellen werden sichtbar. Gleiches gilt für die Organisationsstruktur. Das "Who is Who" mit seinem objektorientierten und modularen Aufbau ist für das Wissenswachstum und absehbarem Wandel prädestiniert. kv/rus

Gabriele.kirch-verfuss@degussa.com

 

 

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