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Das Bonner Beethovenfest 2004


Harmonische Ehe: Anne-Sophie Mutter und André Previn proben das Violinkonzert in der Beethovenhalle.
Foto: Frommann

Höhenflug einer schönen Melodie
General Anzeiger 11.03.2004


Anne-Sophie Mutter spielt für das Beethovenfest das Violinkonzert ihres Mannes André Previn, der selbst das Philharmonische Orchester aus Oslo leitet - Das Bonner Publikum in der ausverkauften Beethovenhalle ist hingerissen


Bonn. Für die nächsten Jahre, so verriet der Komponist und Dirigent André Previn kürzlich in einem Interview, habe seine Frau das exklusive Aufführungsrecht an seinem Violinkonzert: "Und ich bin nicht in Eile, es je von jemand anderem zu hören, denn sie spielt es so perfekt." Das tut Anne-Sophie Mutter tatsächlich; das Stück passt, es passt so genau wie das schwarze, elegante schulterfreie Abendkleid, das sie jetzt bei ihrem Auftritt in der Bonner Beethovenhalle trug.


Neben diesem Gastspiel, das die Geigerin, ihr Mann und dessen Orchester - das Philharmonische aus Oslo - auf Einladung des Beethovenfests gegeben hatten, waren in Deutschland nur noch Aufführungen in München und Hamburg vorgesehen. Die Bonner wussten die Exklusivität des Abends zu schätzen, sorgten für ein ausverkauftes Haus und zeigten sich von den Darbietungen begeistert.

Der Geigerin war es schon bei der Uraufführung 2002 in Boston gelungen, die Musikwelt auf das Stück einzuschwören. Nachdem im vergangenen Herbst die CD mit dem Boston Symphony Orchestra auf den Markt kam, katapultierte sie Previns Violinkonzert, das den Namen "Anne-Sophie" trägt, gleich in die oberen Ränge der Klassik-Charts: Zur Popularisierung hat sicher auch die zeitnahe Hochzeit der heute 40-jährigen Anne-Sophie Mutter mit dem 34 Jahre älteren Previn beigetragen; die Geigerin ist die fünfte Frau des in Berlin geborenen Amerikaners.

Previn als komponierenden Dirigenten zu beschreiben, würde seinen vielen Talenten kaum gerecht werden. Er ist eben auch Jazz-Pianist und leidenschaftlicher Kammermusiker. Seine Karriere begann er unter anderem als Hollywood-Komponist, eine künstlerische Etappe, die er mit der Musik für Billy Wilders "Irma La Douce" krönte. Das Violinkonzert ist eine Hommage an das 20. Jahrhundert. In seiner bisweiligen nostalgisch umwehten Musik werden Erinnerungen an Barber, Prokofjew, Gershwin, Korngold oder auch Rachmaninow wachgerufen.

Das Orchester hat hier also einiges zu tun, muss sich auf romantische Gefühligkeit ebenso einstellen wie auf aggressive Bläser-Attacken. Die vorzüglichen Philharmoniker setzten die Musik brillant und präzise um, zeigten sich vertraut mit Previns Klangwelten.

Natürlich zielt alles in diesem dreisätzigen und mit vierzig Aufführungsminuten durchaus monumentalen Werk auf den Solopart. Previns Musik lässt Anne-Sophie Mutters Ton leuchten, gibt der Geigerin Raum, sich zu entfalten, ihre immense Virtuosität in Szene zu setzen. Schon das langsame Entrée des ersten Satzes nimmt den Hörer durch eine schön erfundene Melodie gefangen, die sofort in luftige Höhen führt.

Der Weg durch den Kopfsatz ist von vielen geigerischen Schwierigkeiten gesäumt, die Anne-Sophie Mutter mit bewundernswerter Souveränität bewältigt. Sie bindet jede noch so große technische Hürde ganz selbstverständlich in den musikalischen Fluss ein. Der interessanteste Satz ist vielleicht der zweite, den Previn selbst als den sprödesten bezeichnet. Aber hier hat man den Eindruck, als sei der Komponist am meisten bei sich selbst. Der finale Variationssatz schildert eine Eisenbahn-Reise des Komponisten durch Deutschland, wobei die Volkslied-Zeilen "Wenn ich ein Vöglein wär` und auch zwei Flügel hätt`, flög` ich zu dir" gleichsam als musikalisches Transportmittel dienen.

Im Zusammenhang mit dem Jet-Set-Ehepaar wohnt dem Lied freilich eine gewisse Ironie inne. Anne-Sophie Mutter spielte es vor dem abgedunkelten Auditorium allerdings mit heiligem Ernst.

In hellerem Saallicht erklangen die Rahmenwerke des Abends, das in traumverlorene, schwüle Klangfarben getauchte und mit einem sehr gefühlvollen Flötensolo versehene "Prélude à l`après-midi d'un faune" von Claude Debussy sowie Beethovens siebte Sinfonie. Die Sinfonie kam in einer ausgeprochen vitalen Deutung daher, wobei Previn sich der häufig an der Siebten erprobten Tempo-Exzesse enthielt. Gelegentlich, wie im arg gedehnten Scherzo-Trio, hätte man sich eine größere Leichtigkeit vorstellen können.

Von Bernhard Hartmann




Das Bonner Beethovenfest 2001

Zeitungsausschnitte




Das Bonner Beethovenfest 2000

Im zweiten Jahr des Neubeginns gilt es, das Begonnene mit aller Intensität in größere Dimensionen zu führen. Den Auftakt hierzu leitete das London Philharmonic Orchestra und der Schweizer Kammerchor unter der Leitung von Kurt Masur ein. Sie sorgten drei Wochen vor der eigentlichen Eröffnung für einen Galaauftritt. Mit Beethovens Symphonie Nr. 8 F-Dur op. 93 und C. Francks "Psyche" gelang es den Musikern und ihrem Maestro die Besucher in ihren Bann zu ziehen. Ein gebührender Auftakt für die nachfolgenden Highlights des Beethovenfestes Bonn 2000. Die Comma Soft AG als einer der "alten" Förderer hilft auch in diesem Jahr dabei, dass den Bürgern und Besuchern ein reichhaltiges und attraktives Programm mit hohem künstlerischen Anspruch angeboten werden kann. Genießen und erleben Sie musikalische Glanzpunkte. Wir heißen Sie Willkommen zum Internationalen Beethovenfest Bonn 2000.




Das Bonner Beethovenfest 1999

Musik und Spenden für einen guten Zweck.

Es wurde ein treffsicherer Startschuss zum ersten der neuorganisierten Inter­nationalen Beethoven­feste 1999: Italien schickte mit dem Orchester Filarmonica della Scala aus Mailand unter der Leitung des Chefdirigenten Riccardo Muti Spitzenklasse an den Rhein. Das Auftaktkonzert bewies als Benefiz anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Deutschen Krebshilfe, dass auch ein Musikfest sich seiner Verantwortung im Dienste der Allgemeinheit bewusst ist. Dr. Helmut Geiger, Präsident der Deutschen Krebshilfe, hob in seiner Dankesrede hervor: "Dass dies möglich wurde, ist auf die große Unterstützung aus der Bevölkerung zurückzuführen".




 
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